Lilly Reckendorf
(März 2011)
Klasse 9a und 9b

Vortrag von Frau Gardy Ruder, ehemalige Lehrerin und Geschichtsforscherin in Lahr. Frau Ruder stellt den Klassen das Schicksal der Jüdin aus Freiburg vor. Sie ist bekannt mit Freunden von Lilly Reckendorf und ihr ist es ein Anliegen, dass diese ein Ehrengrab in Freiburg erhält - exemplarisch für die 1940 aus Freiburg nach Gurs verschleppten Juden.

Lilly Reckendorf wird am 29. August 1889 in Freiburg im Breisgau geboren

Obwohl die Eltern jüdisch sind, wird sie evangelisch getauft und im christlichen Glauben erzogen
In Freiburg legt sie ihr Examen als evangelische Religionslehrerin ab. Später wird sie Lehrerin in Hausen bei Lörrach
Am 22. Oktober 1940 wird sie mit über 6500 anderen Juden nach Gurs deportiert. Dort wird sie seelsorgerisch tätig und wir schließlich Sprecherin der Baracke 9
Im Februar 1942 kann sie GURS verlassen. Das war drei Wochen (!) vor der Deportation der Gefangenen in die Todeslager im Osten
Am 8. Mai 1946 richtet Frau Reckendorf Wiedergutmachungsansprüche gegen Behörden und Privatpersonen. Diese werden jedoch nur sehr zögerlich abgewickelt
10. April 1947 wird ihr mitgeteilt, dass sie aufgrund des Reichsbürgergesetzes von 1941 ihre deutsche Staatszugehörigkeit verloren hätte
1948 kehrt sie nach Freiburg zurück und unterrichtet zwei Jahre lang.
1952 gibt es eine endgültige Vereinbarung mit den Eheleuten Bea, die ihr Elternhaus gekauft haben. Lilly Reckendorf erhält 4.400 DM. Die anderen Wiedergutmachungsforderungen bleiben unbearbeitet
Im April 1952 erliegt Lilly Reckendorf ihrem Krebsleiden

 

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