"Jeder kann was!" Projektbericht 2016

Foebbs – Schlussbericht 2015/2016

Projekt: Tutorials mit Schüler der Vorbereitungsklasse

Projektort: Lessing Realschule Freiburg

Projektleitung: Markus Oschwald

Tutorials:

 

Foebbs – Schlussbericht 2015/2016

Projekt: Tutorials mit Schüler der Vorbereitungsklasse

Projektort: Lessing Realschule Freiburg

Projektleitung: Markus Oschwald

Textfeld: Startbildschirm zum 2. Tutorial

     Kursthema und Inhalt

     „Jeder kann was!“ Schüler der Vorbereitungsklassen drehen Tutorials

Seit einigen Jahren schon hat die Lessing Realschule eine Arbeitsgemeinschaft eingerichtet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Leben und Arbeiten an der Schule in Kurzfilmen zu dokumentieren. Aus diesem Projekt heraus ist die Idee entstanden, die neuen Schüler der Vorbereitungsklassen mithilfe der „Lessing TV“ stärker am Schulleben zu beteiligen und somit deren Integration zu fördern. Die Situation war für alle Beteiligten neu. Plötzlich – quasi über Nacht – war da eine neue Klasse, bestehend Schülern diverser Nationen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Deutschland gekommen waren. Einige ohne Familienangehörige, einige vielleicht durch Kriegsereignisse sogar traumatisiert. Alle haben das Problem, die deutsche Sprache nur rudimentär zu beherrschen.

Die Bereitschaft vieler Schüler der Regelklassen einen Beitrag zur Integration zu leisten, war an unserer Schule überraschend groß. Die Frage war, wie kann dies geschehen? Ein Baustein, der Menschen zusammen führt, Integration fördert, Sprachkompetenz vermittelt und Selbstbewusstsein stärkt sollte dieses Projekt liefern. Nachdem sich eine Gruppe gefunden hat, wurde sogenannte Tutorials, also kleine Lehrfilme gedreht, die nachahmenswertes Alltagswissen der Schüler präsentieren. Die Drehbücher hierzu wurden selbst geschrieben. Schließlich wurden die Filme mithilfe der Schüler aus Lessing TV geschnitten und auf der Schulhomepage bzw. auf Youtube präsentiert.

In diesem Jahr wurden Tutorials zu diversen, vornehmlich praxisorientierten Alltagsthemen von Schülern der Vorbereitungsklassen zusammen mit Schülern der Regelklassen produziert. So konnten sich die Jugendlichen aus diversen Kulturbereichen präsentieren und hierbei ihre persönlichen Kompetenzen zeigen. Wichtig war es ihnen, dass diese Filme schülernah sind und zur Nachahmung anregen. Wie die bisherigen Ergebnisse zeigen, brachten diese Filme einen enormen Zuwachs an Selbstsicherheit im Umgang mit der deutschen Sprache, aber auch an Selbstbewusstsein überhaupt.

Bislang wurden also - auf Wunsch der Teilnehmer - vornehmlich praxisorientierte Filme gedreht (Kochen, Frisieren, Stylen, Nähen, Fußballtricks). So erlernten die Teilnehmer vielseitige technische Fertigkeiten.

Textfeld: Dreharbeiten beim 1. Tutorial.

Schüler

Die Teilnehmer an diesem Projekt rekrutierten sich aus Schülern der Vorbereitungsklassen und Schülern der Regelklassen. Die Teilnahme war natürlich freiwillig, und so ergab es sich, dass auch einige Schüler wieder aus dem Projekt ausstiegen. Bei den Teilnehmern aus den Regelklassen habe ich für jeden Film neue Schüler ausgewählt, die gerne mit den Schülern der Vorbereitungsklassen zusammenarbeiten wollten. So war es möglich, dass ausländische Jugendliche möglichst viele reale Begegnungen mit deutschen Jugendlichen hatten. Bei den Vorbereitungsschülern hat sich dagegen ein fester Kern von fünf Mädchen herausgebildet, die an allen Filmen mitwirkten.

Textfeld: Schüler üben die Sprechtexte.Ich habe zudem darauf geachtet, dass die Teilnehmer vornehmlich in ähnlichem Alter waren, also zwischen 14 und 15. Vorkenntnisse waren für die Teilnahme nicht erforderlich, aber die Bereitschaft auch nachmittags und in den Ferien Termine wahrzunehmen. Hatte sich ein Filmteam gefunden, legte ich Wert darauf, dass möglichst selbständig im Team gearbeitet wurde.

    

Textfeld: Drehbücher werden geschrieben.

Einige der Schüler haben im Laufe des Schuljahres den Sprung in die Regelklassen geschafft. Sie stehen natürlich nach wie vor in Kontakt mit den neuen Zugängen in der VK Klasse und animieren weitere Schüler an dem Projekt mitzumachen. So gelingt die Einbeziehung dieser Kinder und Jugendlichen in das Alltagsleben der Schule, denn in diesem Projekt lege ich gezielt Wert darauf, dass die Schüler der VK - Klassen mit den Schülern der Regelklassen zusammen arbeiten. Aber sie erleben sich in der Rolle der Akteure, die deutschen Kinder sind im Film oft nur Statisten, allerdings helfen sie bei der Ausarbeitung des Drehbuches und unterstützen die VK-Schüler beim Verfassen der Texte und bei der Artikulation.

Textfeld: Nicht immer erzielt man das gewünschte Ergebnis. Aber es macht Spaß!    

Didaktik und Methodik

                                                                                  

Zunächst ging es darum geeignete Themen zu finden. Was können wir eigentlich? Was könnte für andere jugendliche Schüler interessant sein? So entstand eine umfangreiche Themenliste, die anschließend auf die Umsetzbarkeit überprüft wurde. Hierzu schaute man sich im Internet nach anderen Tutorials um und erhielt so einige Anregungen. Anfangs schien sehr viel möglich zu sein. Fast alle Schüler der VK – Klasse wollten mitmachen. Und es fanden sich auch genügend interessierte deutsche Schüler, die Lust auf dieses Projekt hatten. Aber spätestens beim Abfassen eines Drehbuches und den ersten Versuchen vor der Kamera wurde klar, dass es keinesfalls leicht für die ausländischen Schüler war, vor einer Kamera in fremder Sprache zu sprechen. Wie heißen diese Dinge eigentlich auf Deutsch, was kann man gar nicht übersetzten? Wir mussten uns Hilfestellungen überlegen. Improvisierten mit Karteikarten und nutzen schließlich den Overheadprojektor als Promoter. Immer wieder mussten die Schüler ermutigt werden laut und deutlich und vor allem verständlich vor der Kamera zu sprechen. Als positive Unterstützung erwiesen sich hier auch die Mitglieder von Lessing TV, da diese schon gute Erfahrungen im Filmen hatten. Bei jedem Dreh waren ein oder zwei Schüler aus dieser AG dabei. M.E. hat die Arbeit von Anfang an sehr viel Spaß gemacht. Aber mit jedem Film wurden die anfangs oftmals sehr nervösen Schüler auch selbstsicherer vor der Kamera. Nebenbei erlernten sie auch technische Fertigkeiten, was das Drehen und Verarbeiten von Filmen anbelangt. Bislang wurden also vornehmlich praxisorientierte und schülernahe Filme gedreht (Kochen, Frisieren, Stylen, Nähen, Fußballtricks). Ich bin gespannt, auf welche Ideen die Schüler im nächsten Durchgang kommen.

Als Problem erwies es sich die Terminfindung für die Schüler der Vorbereitungsklassen und die Schüler der Regelklassen, da es galt Stundenpläne abzugleichen. Und auch ich als Mentor musste Zeit haben. Es war unausweichlich, dass wir in den späten Nachmittag, oder gar auf den Samstag bzw. die Ferien ausweichen mussten. Dazu waren nicht alle Teilnehmer bereit und so gab es anfangs einige Abgänge.

Für das nächste Schuljahr wird ein fester Termin im Stundenplan der Vorbereitungsklasse eingeplant, so dass zumindest das Drehbuchschreiben und die Sprechübungen im Regelunterricht stattfinden können. Schüler, die nicht teilnehmen, werden vom Klassenlehrer unterrichtet. Schüler aus den Regelklassen werden bei Bedarf vom Regelunterricht freigestellt um beim Schreiben und sprechen zu unterstützen.

Textfeld: Die Schüler üben in diesem Projekt nicht nur praxisorientiert die Alltagsprache, sondern erlernen je nach Thema auch spezifische Fachsprache.

    

Außerschulische Kontakte

     Schön war es, dass die Teilnehmer hier zielgerichtet und praxisnah zu den von ihnen selbstgewählten Themen im Internet recherchieren konnten und sich so auch ihre Medienkompetenz verbesserte. Zusätzlich erhielten sie oft auch die Tipps und Ratschläge der Eltern und Verwandten, wenn es um Kochrezepte, Nähtipps oder ähnliches ging. Die  Familie wurde so in das Projekt miteinbezogen. Im Internet können die Eltern und Freunde nun schauen, wie ihre Tipps „umgesetzt“ wurden. Was das Drehen anbelangt, wäre es im nächsten Jahr vielleicht denkbar einen professionellen Schauspieler einzuladen, der den Jugendlichen weitere Ratschläge gibt.

Textfeld: Das wichtigste Ziel dieses Projektes ist die Begegnung, das Miteinander tun.

Formen der Dokumentation

     Bislang sind sechs Filme fertig gestellt worden. Sie sind auf unserer Seite mit dem Youtube - Kanal verlinkt und ebenso auf der eigenen Website der Lessing TV zu finden.

https://www.youtube.com/watch?v=UXiWNPPZ9f0

In diesem Video stellt der Projektleiter (Markus Oschwald) das Tutorialprojekt vor.

http://www.lrs.fr.bw.schule.de/index.php

Homepage der Schule. Auf der Frontseite werden die neuesten Videos angeboten

http://www.lessing-tv.de

Homepage der Lessing TV. Hier werden die Filme der Tutorial AG auch angeboten.

https://www.youtube.com/channel/UCddwbcpwi4E-TWHErSD8DXg/featured

Das ist der direkte Zugang zum Youtube – Kanal, wo ebenfalls sämtliche Arbeiten der Lessing TV, also auch die Tutorials, eingestellt sind.

Abschließende Beurteilung

Das Projekt wurde in diesem Schuljahr wieder genehmigt, was mich und die Teilnehmer sehr freut. Erfahrungen, positiver wie negativer Art, können helfen, das Projekt optimiert weiter zu führen. Mein Anliegen wäre es noch mehr Jungs einzubauen. Es wurde klar, dass es diesen schwerer fällt, geeignete Themen zu finden und diese selbstbewusst vor der Kamera vorzutragen. Schließlich ist es auch Ziel des Projektes, dass den Teilnehmern Kompetenzen im Bereich der Datenverarbeitung vermittelt werden, hier also im Drehen und Schneiden des Videomaterials (eigener Schnittplatz ist vorhanden) und dem abschließenden Upload des fertigen Materials. Vielleicht bietet sich so ein Ansatzpunkt um mehr Jungs in das Projekt zu integrieren. Insgesamt hat sich aber bestätigt, dass dieses Projekt einen Baustein liefern kann, nicht nur die Sprachkompetenz der jungen Menschen der Vorbereitungsklassen unserer Schulen zu verbessern, sondern auch auf nette Art den Einstieg in ein neues kulturelles Umfeld zu erleichtern.


      

Kontakt

Lessingstr.1
79100 Freiburg

Telefon: 0761/201-7612
Telefax: 0761/201-7486

sekretariat.lrsvn@freiburger-schulen.bwl.de

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